Elsterforum Leipzig
Im Rahmen einer Kaufentscheidung wurde ein Wohn-…

Das um 1900 errichtete Gebäude des Berliner Dienstsitzes des Bundesministeriums wurde im Zuge eines Erweiterungsbaus baulich ergänzt. Während der Herstellung der Baugrube für den neuen Gebäudeteil traten am unmittelbar angrenzenden Bestandsgebäude in der Wilhelmstraße 54 Rissbildungen im Bereich der nördlichen Giebelwand auf.
Aufgabe war die Untersuchung der Schadensursachen sowie die Bewertung der Standsicherheit der betroffenen Konstruktion. Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden die vorhandenen Schäden dokumentiert und die konstruktiven Zusammenhänge analysiert.
Dabei wurde festgestellt, dass der Rückbau von Schutzkonstruktionen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs die seitliche Stützwirkung des Kellermauerwerks deutlich reduziert hatte. Die aus dem Gewölbeschub der Kellerdecke resultierenden Horizontalkräfte konnten dadurch nicht mehr ausreichend aufgenommen werden, wodurch die aufgetretenen Rissbildungen nachvollziehbar erklärt werden konnten.
Anfang Februar 2007 befand sich die Giebelwand in einem kritischen Gleichgewichtszustand, sodass kurzfristige Sicherungsmaßnahmen erforderlich wurden. Durch eine seitliche Absteifung und zusätzliche Auflast konnte die Konstruktion zunächst stabilisiert und ein mögliches Teilversagen verhindert werden.
Für die dauerhafte Sicherung wurden anschließend Mauerwerkshohlräume verfüllt, die Konstruktion vernadelt und zusätzliche Horizontalanker eingebaut. Auf dieser Grundlage konnte die Standsicherheit der Giebelwand wiederhergestellt und die Baumaßnahme fortgeführt werden.
| Projekt Kategorie | Gewerbeimmobilien |
| Bauherr | Bundesministerium für Bauwesen und Raumordnung |
| Planung | |
| Leistung HJW | Gutachterliche Leistungen |
| Realisierung | 2007 |