Universitätsbibliothek „Albertina“ Leipzig

In drei Bauabschnitten wurde bei laufendem Betrieb die zu rund 60 % zerstörte Bibliothek wiederaufgebaut, erweitert, umgebaut und restauratorisch saniert.

Für die Lagerung und Nutzung eines Buchbestandes von bis zu 4,5 Mio. Bänden war eine konstruktive Synthese zwischen den erhaltenen Elementen der historischen Bausubstanz und den erforderlichen neuen Tragstrukturen zu entwickeln. Dabei wurde insbesondere im Bereich der stark geschädigten Gebäudeteile die Möglichkeit genutzt, die ursprüngliche Flächenlast von 2 kN/m² deutlich zu erhöhen.

Im Ostflügel wurde unter der Prämisse der Wiederherstellung der historischen Fassaden eine neue Tragstruktur als Stahlbetonskelettbau mit Nutzlasten bis 12 kN/m² realisiert. Hierfür war die Herstellung einer Trogbaugrube mit Bohrpfahlwänden und einer Gelsohle erforderlich.

Die Überbauung der Lichthöfe Ost und West erfolgte mittels unterspannten Rautenfachwerken. Zudem wurde der Abbruch und Neuaufbau der Magazingeschosse unter dem historischen Lesesaal als radiale Fachwerkkonstruktion ausgeführt, wodurch zusätzliche hochbelastbare Magazinflächen geschaffen werden konnten.

Sonderkonstruktionen umfassten:

    • umfangreiche Sicherungs- und Verstärkungsmaßnahmen im Bestand
    • Abfangungen der Treppenhäuser zur Ermöglichung der Tiefergründung
    • Traglastversuche an vorhandenen gusseisernen Stützen
    • Abfangung des Mittelrisalits im Zuge des Säulenaustauschs