Die im Zweiten Weltkrieg zu rund 60 % zerstörte Bibliotheca Albertina wurde zwischen 1992 und 2002 in drei Bauabschnitten bei laufendem Bibliotheksbetrieb wiederaufgebaut, erweitert und restauratorisch saniert.
Für die Aufnahme eines Buchbestandes von bis zu 4,5 Millionen Bänden mussten historische Tragstrukturen mit leistungsfähigen Neubaukonstruktionen kombiniert werden.
Im stark zerstörten Ostflügel entstand hinter der rekonstruierten historischen Fassade ein Stahlbetonskelettbau mit Nutzlasten bis 12 kN/m². Hierfür waren eine Trogbaugrube mit Bohrpfahlwänden und eine Tiefgründung erforderlich.
Zusätzliche Magazinflächen entstanden durch die Überbauung der Innenhöfe mittels unterspannter Rautenfachwerke sowie durch den Neubau der Magazingeschosse unter dem historischen Lesesaal als radiale Fachwerkkonstruktion.
Umfangreiche Sicherungs- und Verstärkungsmaßnahmen, die Abfangung bestehender Treppenhäuser, Traglastversuche an gusseisernen Stützen sowie die temporäre Sicherung des Mittelrisalits gehörten zu den besonderen konstruktiven Herausforderungen des Projekts.