Elsterforum Leipzig
Im Rahmen einer Kaufentscheidung wurde HJW +…

Gutachten zum Einsturz der Dachkonstruktion des „Aquapark Transvaal“ in Moskau am 14.02.2004
Am 14. 02. 2004 brach die Dachkonstruktion über der großen Halle des Aquaparks „Transvaal“ in Moskau in sich zusammen.
Zur Ermittlung der Ursachen wurde das Büro HJW + Partner durch den Münchner Schadensregulierer MIT beauftragt.
Nach erfolgter Ortsbesichtigung wurde eine entsprechende gutachterliche Stellungnahme erstellt.
| Dachkonstruktion: Das Dach selbst bildet eine flach geneigte Schale, die ein Kreisringsegment darstellt. Die Stahlbeton-Rippenkonstruktion haben Plattenstärken zwischen 7 cm und 20 cm. Die Außen- und Innenringe sowie der Randträger sind 50 cm stark, die Übergangsbereiche sind 20 cm stark. Die Rippen selbst sind 20 cm hoch und passen sich in den Randbereichen an die Randträger an. Aufgelagert ist das Stahlbetondach auf als Pendelstützen ausgebildeten Stahlrohren mit einem Ø von 42,6 cm und einer Wandstärke von 0,9 cm. Die freie Spannweite der Schale beträgt ca. 46 m |
![]() Computermodell |
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Normalkraft am Computermodell |
Baustoffe: Nach den durch örtliche Proben erfolgten Materialprüfungen wurden als Baustoffe ermittelt: – Beton B 35 – Bewehrungsstahl bis zu Ø 12 A 500 – Bewehrungsstahl bis zu Ø 36 A 400 – Stahlkonstruktion C 245 Hiermit konnten die geforderten Materialqualitäten als eingehalten, bzw. im Fall des Betons sogar als höherwertig als im Projekt vorgesehen, nachgewiesen werden. |
| Schadensursache: Zur Ermittlung der Schadensursache wurde die Dachkonstruktion in einem FEM-Model berechnet. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Schadensursache einerseits in der Nichtberücksichtigung von Verformungen in der Dachschale, sowie in der nicht ausreichenden Aussteifung des Stützsystems zu suchen ist.Das der Konstruktion zugrundeliegende Prinzip eines hyperbolischen Schalensegmentes wurde im Planungsprozeß verändert, da die für Abluft erforderlichen großen Öffnungen einen zusätzlichen Ringträger und eine weitere Stützenreihe bedurften. Hiermit wurde das Funktionsprinzip der Schale wesentlich verändert. Auslöser für den Einsturz waren Schnee- und Eislasten infolge Frost-/Tauwechseln und Eisregen. |
Verlauf der Schalennormalkräfte
Zusätzliche Momentenbeanspruchung infolge ergänzter Stützenstellung |
| Projekt Kategorie | Gutachten |
| Bauherr | Aquapark Transvaal Moskau |
| Planung | MIT Munich International GmbH Technical Loss Adjusters |
| Leistung HJW | Gutachten |
| Realisierung | 2004 |