0341 / 48 60 50       office@hjw-l.de
0341 / 48 60 50       office@hjw-l.de

Völkerschlachtdenkmal Leipzig

Projekt Details
  • Projekt Kategorie
  • Projekt BauherrStiftung Völkerschlachtdenkmal
  • Projekt PlanungArbeitsgemeinschaft Völkerschlachtdenkmal, HJW+PARTNER Bausachverständige + Ingenieure, Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung GmbH Weimar
  • Projekt AdresseBauphysik, Gebäudeplanung LP 1-9 HOAI, Tragwerksplanung LP 1-6 HOAI, Freianlagenplanung LP 1-9 HOAI
  • Projekt Beginn1992
  • Projekt Ende2023

 

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig ist eines der größten massiven Denkmale Europas und damit von wesentlicher bautechnischer und architekturhistorischer Bedeutung. 1913 errichtet, forderten äußere Faktoren und Kriegsschäden umfangreiche Baumaßnahmen an diesem weltbekannten Monument.
Die Grundinstandsetzung des Denkmalskörpers erfolgte in 9 Bauabschnitten zwischen 2000 und 2013. Wesentliche Aufgaben waren die Instandsetzung der Außenhülle mit der Sanierung von ca. 40 km Fugen und die Beseitigung von Feuchteschäden im Inneren des Denkmals. Durch die Verwendung von Hausmüll als Auffüllmassen resultierten Setzungsschäden, deren Beseitigung ebenfalls umfangreiche Baumaßnahmen insbesondere im Bereich des Plateaus, aber auch an den Treppenanlagen gewidmet waren. Anspruchsvolle Aufgaben ergaben sich aus der Wiederherstellung der historischen Rundbogenfenster. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden die beiden Vorbauten zum FORUM 1813 und Servicegebäude erweitert und saniert. Der, bis zur Sanierung für Besucher, nicht zugängliche Bereich der Katakomben erhielt einen dreigeschossigen Einbau als neuen Zugang zum Denkmal mit Foyer, Ausstellungsraum, Sanitäreinrichtungen, Einblickmöglichkeiten in die Katakomben und in die Aufzugsanlage. Als Baumaßnahmen in den Außenanlagen wurden die vier Kopfbauten mit den angeschlossenen Treppenanlagen saniert. Diese beinhalten die neue Bauhütte, Lager, WC und zukünftig ein Bistro. Im Abschluss befinden sich die Arbeiten an der Sanierung des Wasserbeckens. Hier musste die Beckenumrandung
instandgesetzt und die Beckensohle ausgeräumt und erneuert werden.

 

Baukonstruktion / Besonderheiten

Obwohl für den Besucher nicht erkennbar, besteht die Konstruktion des Denkmals zu 90% aus Sumpfbeton. Einzig die Platte der Krypta sowie die Deckenkonstruktion der Nebengebäude wurden aus Stahlbeton errichtet. Von der Reiterkuppel wurde nur der Auflager- und Kopfring als Stahlbetonkonstruktionen ausgebildet.
Vor Beginn der Arbeiten wurde die Standsicherheit untersucht und die Beanspruchung der Bodenplatte simuliert. Vorhandene Risse in der Substraktionsbögen konnten als zwangsläufig nachgewiesen und nicht standsicherheitsgefährdet eingeordnet werden.
Für die Auffüllung und Geländemodellierung wurde bei der Errichtung Hausmüll verwendet. Dies führte während der Standzeit zu umfangreichen Setzungen in verschiedenen Bereichen. Insbesondere das Plateau mit einer 7 m mächtigen Auffüllung wies regelmäßig nach erfolgter Sanierung Setzungen auf.
Für die Grundinstandsetzung wurden Bohrpfähle eingebracht und eine Stahlbetonplatte geschaffen. Anspruchsvolle Aufgaben für den Tragwerksplaner ergeben sich bei der Sicherung der Natursteinfassade während des Ersatzes von großformatigen Natursteinen, sowie bei der Planung der unteren Erschließung im Bereich der
Katakomben, d.h. der massiven Betongründung.